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„Nichts ist so beständig wie der Wandel“ bringt es das Zitat von Heraklit auf den Punkt. Die einfachste Option wäre das „Bewahren“, die Sicherheit des „Alten“ aufrecht zu erhalten. Aber manchmal muss man auch etwas riskieren um bewahren zu können, denn Veränderung wird es immer geben. Das Holz-Handwerk hat bereits viele Veränderungsprozesse im Wandel der Zeit durchlebt und entwickelt sich stetig weiter. Seit der Jahrtausendwende bringen neue Technologien und Innovationen viel Dynamik in die holzbe- und verarbeitenden Unternehmen. Die gewerblichen Betriebe haben viel in ihre technische Ausstattung und Software investiert. Im Oktober 2022 lud der Holzcluster Salzburg zu zwei Veranstaltungen rund um Digitalisierung im Handwerk, Schauplatz waren bekannte Salzburger Unternehmen:

Digitalisierung im Holzbau

Der erste Informationsabend fand in Bramberg bei der Firma Holzbau Maier statt. Zu Beginn stellte Unternehmensberater Martin Hiebler an Hand eines Holzbauunternehmens den Weg einer erfolgreichen, digitalen Betriebsorganisation vor, die das Schaffen von Zeit Ressourcen als Ansporn hatte. Als zweiten Vortrag öffnete Holzbaumeister Martin Möschl für die Teilnehmer*innen den Blick in die Welt des Laserscannings. Mit dem 3DScan+ können eine Vielzahl von punktgenauen Daten gescannt und die Bestandsaufnahme von Räumen, Gebäuden, Baugruben usw. als 3D Modell Millimetergenau wiedergegeben werden. Abschließend wurde ein ganz besonderes Kooperationsprojekt von Gastgeberin Birgit Maier vorgestellt, dass ohne den hohen Grad an Digitalisierung in der Branche kaum realisierbar gewesen wäre. Der „bert“ repräsentiert ein Tiny House in Form eines Baumhauses, dass sich neben dem Design vor allem durch gebogene Brettsperrholz-Elemente und passgenauen Verschneidungen, welche über Robotertechnik durchgeführt wurden, auszeichnet.

Digitalisierung in der Möbelbranche

Zur zweiten Veranstaltung der Reihe Holz 4.0, trafen sich Tischler*innen aus Salzburg und dem angrenzenden Oberösterreich bei der Firma Schmidhuber’s Möbelwerkstätte in Seekirchen. Das Familiengeführte Unternehmen hat den Trend zur Digitalisierung früh erkannt und ist heute bekannt für den Online Möbelkonfigurator „Robin Wood“. 2003 erhielten sie für den Zulieferdienst von Korpusmöbeln den Innovationspreis der Salzburger Wirtschaft. Am Puls der Zeit bleibend, werden aber auch Veränderungen von Kundenbedürfnissen wahrgenommen, die zum Ausbau eines zweiten „Spielbeins“ im Bereich der Innenarchitektur geführt haben. Dabei begleitete das Design Network als strategische Design- und Beratungsagentur den Veränderungsprozess. Design Network Inhaber, Lorenz Kilga, gab beim Netzwerkabend mit seinem Vortrag zum Thema „Digitalisierung – Eine Frage der: Differenzierung und Relevanz?“ einen Ausblick zu digitalen aber auch analogen Trends in der Möbel- und Designbranche. Das Thema Design wird künftig bewusst als strategische Disziplin eingesetzt um Prozesse je nach Einflüssen und Bedürfnissen zu designen. Als dritten Input des Abends, zeigte Martin Hiebler wieder spannende Beispiele für eine gute Betriebsorganisation. Einige davon konnten die Teilnehmer*innen bei der anschließenden Betriebsbesichtigung der Schmidhuber’s Möbelwerkstätte wieder erkennen.

Die Veranstaltungsreihe Holz 4.0 hat aufgezeigt, dass digitale Trends unsere Arbeitswelt nachhaltig verändern werden – mit oder ohne uns. Als Basis für eine erfolgreiche „Digitalisierung“ ist es daher wichtig, zuerst die eigenen Abläufe zu kennen, zu optimieren und dann, wenn relevant, über den Einsatz von digitalen Prozessen zu vereinfachen!

Fotos der Veranstaltungen